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Stimmstörungen

Hierbei handelt es sich um eine Störung des Stimmklangs, mit oder ohne Einschränkung der stimmlichen Leitungsfähigkeit, mit unterschiedlichen Ursachen:

Funktionelle Ursachen
Ein gewohnheitsmäßig unökonomischer Stimmgebrauch. Hiervon sind oft Sprechberufe betroffen, z.B. Lehrer, Pfarrer, Erzieher. Häufig führt der falsche Stimmgebrauch zu organischen Veränderungen der Stimmlippen (z.B. Stimmlippenknötchen).

Psychische Ursachen
Übermäßige psychische Belastungen drücken sich oft in Stimmstörungen aus ("Stimme ist Ausdruck von Stimmung").

Hormonelle Ursachen
Hormone beeinflussen Schleimhäute und Kehlkopffunktion (z.B. nach Medikamenteneinnahme wegen Schilddrüsenerkrankung), aber auch in der Menopause.

Organische Ursachen
Kehlkopf oder Kehlkopfnerv können bei einer Operation oder nach Unfällen geschädigt werden.

Anzeichen für Stimmstörungen können sein

  • Veränderter Stimmklang (heiser, brüchig, belegt, verhaucht, zu laut/leise/hoch/tief) bis hin zum Ausbleiben der Stimme
  • Unökonomische Atemweise (z.B. zu lange Sprechphasen ohne Atempause)
  • Verschlechterung der Stimme bei langem oder lautem Stimmgebrauch
  • Körperliche Missempfindungen (z.B. Kloß- oder Engegefühl im Hals, Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich)
  • "Nuschelige", verwaschene Aussprache

Logopädische Therapie
Nach HNO-ärztlicher Untersuchung des Kehlkopfes und eingehender logopädischer Befunderhebung findet die Therapie 1-2 mal wöchentlich statt. Je nach Art und Ausprägung der Stimmstörung setzen LogopädIn und PatientIn individuelle Therapieschwerpunkte.

Mögliche Bereiche hierbei sind:
Persönliche (psychische) Ursachen, Tonus (wie z.B. Entspannung, Muskellockerung), Atmung und Stimmgebung (z.B. verbesserte Stimmresonanz), und Artikulation (deutliche Aussprache).
Unterstützend zur Therapie setzen wir auch Videokamera und Kassettenrekorder ein.
Selbstverständlich findet eine Stimmtherapie in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden HNO-Arzt statt.

Seit Neuestem bieten wir auch Elektrostimulationstherapie (Reizstromtherapie) bei Recurrens- und Facialisparese an.

Nicht unerwähnt bleiben sollte außerdem die Stimmstörung bei Kindern (juvenile Dysphonie), die häufig im Alter von 5-10 Jahren auftritt. Hierbei klingt die kindliche Stimme piepsig, heiser oder flüsternd. Manchmal bleibt sie auch ganz weg. Die Stimmlautstärke oder der -klang verändern sich stark. Eine ausführliche Familienanamnese ist in solchen Fällen angeraten, ebenso wie eine entsprechende Elternberatung und Anleitung für die ganze Familie zuhause.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, rufen Sie uns bitte an. Wir helfen Ihnen gerne weiter!